| Chronik |
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| 1905 Der Arbeitstag hatte noch zwölf
Stunden. Die Dorfgemeinde Fischeln mit ihrer Hauptstraße, die von Krefeld
nach Düsseldorf führte, ahnte noch nichts vom dröhnenden
Straßenverkehr. Es war die Zeit der Jugendbewegung. Keimzelle für
erste sportliche Aktivitäten war die Pfarre St. Clemens. Hier trafen sich
Freunde des Fußballs und des Turnens. Im Ortsteil und Rektoratsbezirk
Königshof fanden sich dann junge Männer zusammen, die es sich zum
Ziel gesetzt hatten, nach getaner Arbeit an den Sonn- und Feiertagen ihre
Freizeit in der Natur zu verbringen. Auf den langen Wanderungen durch die
schöne niederrheinische Landschaft kam man auch mit den Turnern des
bereits 1897 gegründeten Dießemer Turnvereins in Kontakt. Die
Dießemer luden den Königshofer Max Sünskes zum Besuch einer
Turnstunde ein. Sünskes schaute sich eines Tages die gerade am
Längspferd übenden Dießemer Turner an und erklärte, dass
er das wohl auch könne. Peter Hertsches, der Bezirksturnwart, war zugegen.
Er sprach den langen Max Sünskes an mit den Worten: "Nou Maenneke, treck
dech mar ens ut on jaeff dech mar ens moet dran, dou koemms schon moet uewer."
Der Aufforderung, es einmal zu probieren, folgte er und schon sprang er mit
seinen langen Beinen elegant über das Längspferd. Sünskes war
begeistert. Die Idee zur Gründung eines Vereins keimte. In Fischeln gab es
jedoch keine Räumlichkeiten, in denen man einen Turnbetrieb hätte
aufziehen können. Der Wirt Theodor Hoeren ( Inhaber der Restauration -
Erholung - Theodor Hoeren" - spätere Gaststätte Welters, Kölner
Str.) hatte gerade für seine Gastwirtschaft einen kleinen Saal gebaut. Er
war bereit, diesen Saal als Turnsaal zur Verfügung zu stellen.
Mundpropaganda führte dazu, dass sich am 5. Mai 1905 16 sportbegeisterte
junge Männer aus Fischeln und Königshof als Gründungsmitglieder
in der Gastwirtschaft von Theodor Hoeren trafen: Josef Basten, August Busch,
Josef Dietsch, Fritz Frings, Mathias Geschwendt, Heinrich Heinrichs, Heinrich
Hendricks, Theodor Hoeren jun., Karl Hoerschgen, Fritz Holz, Stefan Indenhock,
Peter Kamper, Adolf Minkenberg, Hermann Stapmann, Max Sünskes und Heinrich
Weiler. Der Bezirksturnwart Peter Hertsches war zugegen und leistete
Hilfestellung in der Gründerversammlung, die Max Sünskes zum 1.
Vorsitzenden wählte. Die Gründung des Fischelner Turnvereins muss in
Königshof und Fischeln wie ein Zündfunke gewirkt haben. Die
männliche Jugend beider Ortsteile fand sich im Verein zusammen. Die
Gebrüder Basten stifteten die ersten Sportgeräte. Trotz knapper
Mittel konnte man weitere Sportgeräte anschaffen. Zweimal in der Woche
herrschte in dem kleinen Saal in der Gastwirtschaft Hoeren reger Sportbetrieb.
Die sonntäglichen Wanderungen behielt man bei. Sie dienten dem
Gedankenaustausch. Pläne wurden geschmiedet. Dem umsichtigen und genau
rechnenden 1. Kassenwart Adolf Minkenberg, der ab 1907 1. Vorsitzender wurde,
gelang es, von der Fa. Turnmeyer in Hagen/W. auf Kredit alle
größeren Turngeräte zu erstehen. |
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1906 Bereits zum 17. Juni 1906 lud der
Verein zu seinem ersten Stiftungsfest ein, das dann in den folgenden Jahren
stets gefeiert wurde. Dieses Stiftungsfest war ein voller Erfolg. Die schnell
ansteigende Mitgliederzahl brachte mehr Geld in die Kasse, so dass der Kredit
alsbald abgetragen werden konnte. Man entschloss sich,
1910 eine
Vereinsfahne anzuschaffen, die während des Stiftungsfestes vom
stellvertretenden Bürgermeister Dollbaum am Sonntag, dem 19. Juni 1910
enthüllt und dem Verein förmlich übergeben wurde. Diese Fahne
existiert heute noch; sie ist im Rathaus in Fischeln in einer Vitrine
ausgestellt. |
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| Das Stiftungsfest wurde am Samstag, dem 18.
Juni, mit einer abendlichen Festgala in der Gaststätte Wolf (heute
Bäkerhof, Marienstraße/Ecke Clemensstraße) eröffnet.
Neben den Turnern des Vereins trugen der MGV Cäcilia, der Dießemer
Turnverein und der Turnverein Jahn Bockum zum Gelingen dieser Festgala bei.
Mitglieder und Gäste zahlten einen Eintritt von 30 Pfennig. Festumzug und
Festball schlossen am folgenden Tag dieses Volksfest in Fischeln. In den Jahren
bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs begann der Fischelner Turnverein, sich
in der Sportwelt am Niederrhein einen Namen zu machen. Die Berichte über
die olympischen Spiele von 1908 in London hatten die Sportler beflügelt.
Der Leistungsstand im Turnen erhöhte sich. |
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| In einzelnen Städten wurden Turn- und
Spielfeste fest etabliert, deren Traditionen bis weit nach dem Zweiten
Weltkrieg fortdauerten. In dieser Zeit des Friedens und sich allmählich
bildenden Wohlstands erlebte der Verein seine erste große Blüte.
Männer wie Heinrich Tempel, Heinrich Minkenberg, Stefan Indenhock, Fritz
Holz, Fritz und Hans Frings und Gustav Küsters kehrten oft als Sieger von
den Turnfesten zurück. |
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| 1914 - 1918 Der Erste Weltkrieg
erschütterte den jungen Verein schwer. Die Mehrzahl der Mitglieder wurde
im Laufe des Krieges eingezogen. An ein gedeihliches Arbeiten im Sport war
nicht mehr zu denken. Die Daheimgebliebenen hatten nur die Möglichkeit,
ihre Treue zum Verein durch Liebesgabenpakete für die im Feld stehenden
Turner unter Beweis zu stellen. Von den 26 eingezogenen Sportlern des Vereins
kehrten 15 aus dem Krieg nicht mehr zurück. |
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| 1919 - 1926 Das Ende des Krieges erlebten viele
in Arbeitslosigkeit und Not. Adolf Minkenberg, unter dessen umsichtiger
Führung der Verein zu großem Ansehen gelangt war, war noch 1918
gefallen. Die Wirtschaftskrisen während der ersten Jahre der jungen
Republik und die Folgen der Inflation von 1923 ließen zunächst ein
Wiederaufleben des Vereins nicht zu. |
| 1927 Erst am Volkstrauertag 1927, an dem die
Turner Josef Dietsch, Stefan Indenhock, Hans Kreggenwinkel, Fritz Meyer und
Hermann Reiners die Vereinsfahne hervorholten, sie zum Ehrenmal trugen und der
Gefallenen gedachten, entstand der Wunsch, den Verein wieder zu beleben. |
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| 1928 Bei einer Vereinsversammlung am 14. Juni
1928, wenige Tage vor dem Deutschen Turnfest in Köln, fand im Beisein des
Bezirksvertreters Hein Toeller im Lokal "Wolf-Zens" (Bäkerhof) eine
Eröffnungsversammlung statt. In der dann folgenden offiziellen
Mitgliederversammlung am 1. August 1928 im Saal Theodor Hoeren in
Königshof wurde in Anwesenheit von zehn alten Stammmitgliedern und 46
neuen Mitgliedern ein neuer Vereinsvorstand mit Josef Dietsch (1. Vors.),
Wilhelm Lappen (2. Vors.), Hermann Reiners (Kassenwart), Ernst Wefers
(Schriftführer), Walter Kurt (Turnwart) und Willi Maritzen (Spielwart)
gewählt. Die Wiederbelebung des Vereins war hauptsächlich auf die
Begeisterung für Feldhandball zurückzuführen. Diese Sportart
erfreute sich zu jener Zeit großer Popularität - auch im Fischelner
Turnverein 1905 -, so dass der Verein stetig wuchs und die sportlichen Erfolge
nicht ausblieben. Bereits ein Jahr nach dem Wiederbeginn stieg im
Frühsommer 1929 die 1. Handballmannschaft mit Franz Falkenstein, Willi
Falkenstein, Eduard Küsters, Willi Maritzen, Hans Plenker, Heinrich
Reiners, Mathias Reiners, Matthias Seerden, Karl Strucken, Winand Teusch,
Heinrich Thielen und Peter Vogel in die Bezirksklasse auf. |
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| 1929 wurde eine Schülerabteilung mit 60
Schülern gebildet und erstmals wurden auch 26 Turnerinnen in den Verein
aufgenommen. Zum 25-jährigen Jubiläum übernahm der Fischelner
Turnverein die Ausrichtung des Bezirkssportfestes. Besonderen Anklang fand
hierbei der Festzug mit über 1500 Teilnehmern. Zu dieser Zeit hatte der
Verein bereits 172 aktive Mitglieder und 40 passive Mitglieder. Dieses Fest
hatte wieder einen weiteren großen Zulauf an Mitgliedern zur Folge.
Turnen für Männer, Frauen und Jugendliche und der Feldhandball
bildeten die Schwerpunktsportarten im Verein. Man nahm am Landesturnfest 1934
in Aachen und den Deutschen Turnfesten 1933 in Stuttgart und 1938 in Breslau
teil. Als Sieger kehrten aus Aachen heim: Willi Heyer, Peter Planker und Karl
Pescher. Und aus Breslau waren es die Sieger Heinz Stahl und Albertine Assink.
Auch die Handballer machten von sich Reden. Sie etablierten sich mit der 1.
Mannschaft stets in den oberen Spielklassen. |
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| 1932 kam zu den Turnerinnen eine Abteilung
Schülerinnen mit 36 Mädchen hinzu. Auch gründete man aus der
Schülerabteilung ein Trommlerkorps. Damaliger Treffpunkt war der Tanzsaal
der Gaststätte Hoeren-Dorn. |
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| 1933 - 1938 Es war die Zeit des völligen
Umbruchs in der Gesellschaftsordnung unseres Landes. Mit der
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wird die "Gleichschaltung"
des öffentlichen Lebens in Deutschland eingeleitet. Bald sind ihre
Auswirkungen bis tief in die Turn- und Sportbewegung hinein zu spüren. Die
Sportvereine werden - soweit sie nicht sogar der Auflösung anheim fallen,
wie z.B. die konfessionell gebundenen Sportvereine und die Arbeitersportvereine
- in den Reichsbund für Leibesübungen überführt. Die Juden
werden aus den deutschen Turn- und Sportverbänden ausgeschlossen. Die
Nationalsozialisten setzen das sogenannte Führerprinzip auf allen Ebenen
durch. Aus den 1. Vorsitzenden werden die "Vereinsführer", sofern sie den
zuständigen Parteiorganen genehm sind. Die übrigen Mitglieder des
Vorstands werden vom Vereinsführer "ernannt". Auch sie bedürfen der
Zustimmung der Parteiorgane. Echte Wahlen finden ab sofort nicht mehr statt.
Das "Heil Hitler" tritt an die Stelle des "Gut Heil". Als Beispiel für die
radikalen Machtansprüche der Nationalsozialisten mag das Schicksal von DJK
Olympia Fischeln 1926 dienen. Die DJK-Sportvereine waren als katholische
Jugendsportvereine konfessionell gebunden. Der damalige Erste Vorsitzende von
DJK Olympia Fischeln Josef Hürlimann, ein Schweizer Staatsbürger,
wurde von den Nationalsozialisten aus dem Vorsitz verdrängt. Mit dem
Verbot sämtlicher DJK-Vereine in Deutschland 1934 wurde auch DJK Olympia
Fischeln verboten. Die cleveren Olympianer wussten sich aber zu helfen. Sie
gründeten einen Kegelclub mit dem Namen "Olympia" und konnten über
diesen Weg den kameradschaftlichen Zusammenhalt während des Dritten Reichs
bewahren. |
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| 1934 gelang es dem Fischelner Turnverein, mit
Ernst Wefers einen Vorsitzenden zu präsentieren, der trotz der
Schwierigkeiten mit den nationalsozialistischen Behörden den Verein
geschickt durch die Wirren des Dritten Reichs führte. Er war eine
Persönlichkeit mit Ausstrahlungskraft und verstand es, die
Selbständigkeit des Vereins zu erhalten. Er fand 1948 mit Franz
Falkenstein einen Nachfolger, dem der Wiederaufbau des Vereins nach dem Zweiten
Weltkrieg gelang. Nach 1934 kam es durch die Einführung der Wehrpflicht
und den schnellen Aufbau der Wehrmacht zu starken Einschränkungen im
Sportbetrieb des Fischelner Turnvereins. Die Sportler wurden entweder zur
Wehrmacht eingezogen oder hatten sich in die Hitlerjugend und den
Reichsarbeitsdienst einzugliedern. Hierunter litt insbesondere die Jugendarbeit
in unserem Verein. |
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| 1939 - 1945 Während des zweiten Weltkrieges
konnte man die Turngeräte in einer leeren Fabrikhalle von August Pannes in
Königshof unterstellen. Durch dieses Entgegenkommen blieben die
Geräte erhalten. Dagegen wurde der Übungssaal in der Gaststätte
Theodor Hoeren in Königshof noch kurz vor Ende des Krieges von Bomben
zerstört. Von 74 Sportlern wurden diesmal 23 Opfer des Krieges. Am 6.
Oktober |
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| 1945 versuchten 21 aus dem Krieg heimgekehrte
Turner bei einer Zusammenkunft bei dem Wirt Helmut Moog in der Gaststätte
Weber-Union auf der Marienstraße die Vereinsgeschicke neu zu ordnen. Am
27. August |
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| 1946 gab sich der Verein eine neue
Satzung, die von den Idealen der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts
geprägt war. Als Zweck ist "die Förderung des deutschen Turnens und
Sportes als Mittel zur körperlichen, geistigen und sittlichen
Kräftigung sowie zur Erziehung anständig gesinnter deutscher
Menschen" genannt. Nach der Werte zerstörenden Zeit des Dritten Reichs war
es nur natürlich, dass in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bei den
Menschen eine Rückbesinnung auf jene sittlichen Werte stattfand, die vor
der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten Geltung besaßen und
Richtschnur für ein geordnetes Leben war. |
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| In dem Gesellschaftsraum des Wirtes Helmut Moog
auf der Marienstraße fand man die Möglichkeit, den
Übungsbetrieb wieder aufzunehmen. Doch diese Räumlichkeit wurde bald
zu klein, so dass die Stadt Krefeld dem Verein zwei Übungsabende in der
Turnhalle der Schule an der Buchenstraße zuwies. Die Handballabteilung
wurde wieder sehr stark. Eine Mädelhandballabteilung wurde gegründet.
Nach Abschluss der Serienspiele 1952/53 konnte im Sommer |
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1953 die Herrenmannschaft mit Fritz Buhrmann, Hans
Dietsch, Klaus Empting, Hans Falkenstein, Hans Frings, Leo v. d. Heiden, Heinz
Kolder, Hans Paar, Peter Planker, Hans Prangen, Harry Rath und Hermann
Steinhaus den Aufstieg in die Bezirksliga feiern. Im selben Jahr fand wieder
ein Deutsches Turnfest statt, diesmal in Hamburg; von den 15 Teilnehmern
kehrten vier als Sieger zurück.
Als Fischeln 1929 in die Stadt
Krefeld eingegliedert wurde, hatten die Stadtoberen den Fischelner Bürgern
den Bau einer Turnhalle und einer Schwimmhalle versprochen. Bis es zum Neubau
einer Turnhalle |
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| - der Wienand-Teusch-Halle an der
Wilhelmstraße/Ecke Kölner Straße - kam, vergingen 27 Jahre.
Die Schwimmhalle wurde überhaupt erst nach 71 (!) Jahren eröffnet.
Trotzdem feierte der Verein |
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| 1955 sein 50-jähriges Bestehen mit
sportlichen Wettkämpfen auf dem Sportplatz am Mühlenfeld
(Schlungs-Kull), mit einem großen Festumzug, einem Fest im Zelt auf dem
Marienplatz und einer Abschlussveranstaltung auf dem Sportplatz. Schon zu
Beginn des Jubeljahres fand eine sportliche Benefizveranstaltung statt, bei der
die beiden ersten Mannschaften des VfR Fischeln und des Fischelner Turnvereins
im Fußball und Handball aufeinander trafen. Der VfR gewann das
Fußballspiel mit 1:0 und der Fischelner Turnverein das Handballspiel mit
8:4. Den Reinerlös von 140,90 DM spendeten beide Vereine der Pfarre St.
Clemens für Bauarbeiten am Kirchturm von St. Clemens. 1956 konnte endlich
der Übungsbetrieb in der Wienand-Teusch-Halle - benannt nach dem
langjährigen Verwaltungsleiter der Außenstelle im Rathaus Fischeln -
aufgenommen werden. Man musste sich aber die Halle mit den anderen
ortsansässigen Vereinen teilen, so dass es in zunehmendem Maße,
insbesondere nach dem Zulauf vieler Jugendlicher, zu großen
Engpässen kam. Feldhandball wurde unattraktiv. Das Hallenhandballspiel
setzte sich immer mehr durch. Der Verein schaffte mangels Hallenkapazität
die Umstellung auf das Hallenhandballspiel nicht. 1963 musste die
Handballabteilung geschlossen werden. Für die älteren Handballer
wurde ersatzweise das Prellballspiel eingeführt, das bis heute Bestandteil
des Übungsangebotes ist. |
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| 1970 trat Hans Paar als Vorsitzender die Nachfolge von
Franz Falkenstein an. Es ist die Zeit des großen
Bevölkerungszuwachses in Fischeln. Ein Mangel an Sportstätten machte
sich jetzt deutlich bemerkbar. Das Angebot an Sportstätten in Fischeln
wurde mit dem Bau der Turnhalle der Freiherr-vom- Stein-Schule und der
Bezirkssportanlage erweitert. Ab sofort konnten in Fischeln während der
Sommerzeit die Übungen für das Deutsche Sportabzeichen absolviert
werden. Doch diese Sportanlagen reichten schon bald nicht mehr aus. Die in den
Jahren |
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| 1976 und 1979 errichteten Turnhallen an
der Hafelsstraße und am Wimmersweg sorgten kurzfristig für
Entspannung. Auch der |
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| 1980 fertig gestellte Neubau des
Maria-Sybilla-Merian-Gymnasiums mit seiner Dreifachsporthalle brachte eine
gewisse Entzerrung im Sportbetrieb. In diesem Jahr feierte der Verein sein
75-jähriges Bestehen. Er hat 660 Mitglieder. Die stetig anwachsende Be
völkerung in Fischeln machte sich auch beim Fischelner Turnverein
bemerkbar. Das Sportangebot wurde ausgeweitet. Der Verein begann sich in einen
Breitensportverein zu wandeln. Volleyball als Freizeitsport wurde immer
beliebter. |
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| Die Zahl der Gymnastikgruppen nahm zu, Gruppen
für Bewegung mit Musik für Kinder, Mutter- und Kindturnen sowie
Tanzgruppen bildeten sich. Das spielerische Turnen für Kinder im
Vorschulalter und im Grundschulalter wurde immer wichtiger. Doch der
Leistungssportbereich wurde zunächst weiterhin durch das Turnen bestimmt.
Unter der umsichtigen Führung von Hermann Hirthe (1. Vorsitzender von 1982
bis 1989) und dem erfahrenen Übungsleiter Jakob Becker erlebte der Verein
noch einmal eine Blüte des Leistungsturnens. Eine Gruppe junger Turner und
Turnerinnen hatte sich Anfang der achtziger Jahre zusammengefunden. Jakob
Becker erkannte ihre großartige Begabung. Man förderte sie, wo man
konnte. Den Turnern Heiner Ackermann, Eric und Kai Blonske, Jan Dollbaum, Uwe
Hirthe, Stephan Kolnsberg, Thomas Knorr, Ulrich und Gregor Lisson, Frank Noak,
Guido Schöberl, Klaus Schumacher, Kay Stammschroer, Ralf Stürmer und
den Jugendturnern Stefan Hain, Tobias Löhr, Stefan Scharf, Thorsten
Vollborn und Tim Wemhörner gelang es, in der Spitze des Rheinischen
Turnerbundes mit zu turnen. Bei den Mädchen gesellten sich Ursula
Hirzmann, Anke Hirthe, Anja Müller und Almut Wittfeld hinzu. Ulrich Lisson
wurde 1985 Rheinischer Meister, Stephan Kolnsberg wurde Dritter. Im selben Jahr
wurde Ursula Hirzmann Rheinische Meisterin. Der Vorstand und Jakob Becker als
Oberturnwart erkannten, dass eine Förderung dieser jungen talentierten
Turner und Turnerinnen nur noch mit einem hoch qualifizierten Turntrainer
möglich war. In den Jahren 1987 bis 1989 wurde ein Trainer von der
Deutschen Sporthochschule engagiert. |
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| 1989 übernahm Udo Vollborn den Vorsitz. Er
drängte auf noch stärkere Förderung der begabten Turner. 1993
gewannen die Fischelner Turner mit Kolnsberg, Stammschroer und Olaf Krull
(Mitglied des Mädelturnvereins) sowie mit den Fischelner Jugendturnern
Ackermann, Hain, Löhr, Scharf, Vollborn und Wemhörner zum ersten Mal
den Wanderpokal im Drei-Gaue-Vergleichs-Kampf zwischen Krefeld, Aachen und
Mönchengladbach. Stephan Kolnsberg wurde 1993 Rheinischer Meister im
Deutschen Zehnkampf. Kay Strammschroer und Stephan Kolnsberg turnten von 1991
bis 1995 für die Turngemeinde Neuss in der Rheinischen Oberliga. Bei den
Mädchen wuchsen begabte Turnerinnen nach. Die Leichtathletikabteilung
wurde zu einer starken leistungsorientierten Fachschaft. Der Breitensport mit
seinen Unterabteilungen wurde zur stärksten Gruppe innerhalb des Vereins.
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| 1995 wurde der Verein 90 Jahre alt und zeigte
einen sportlichen Bilderbogen im Rahmen eines Bürgerfestes auf dem
Marienplatz mit Showdarbietungen aus den einzelnen Abteilungen und feierte im
Stadtwaldhaus mit einem großen Fest- und Tanzabend. In diesem Jahr
erreichte der Verein mehr als 1000 Mitglieder. Die Tendenz zum
Breitensportverein weitete sich aus. Rhönradturnen, Judo, Aerobic,
Jazztanz kamen hinzu. Im Hinblick auf die Größe des Vereins wurden
Überlegungen angestellt, die Vereinsführung zu straffen. Der Verein
sollte in Fachschaften gegliedert werden. Ein Delegiertensystem sollte
eingeführt werden. Die Delegiertenversammlung sollte als höchstes
Vereinsorgan die Geschicke des Vereins bestimmen. Dieses Grundkonzept entsprach
den Prinzipien, nach denen heute einige Großvereine mit professioneller
Geschäftsführung geführt werden. Im Herbst 1997 kam es zu zwei
außerordentlichen Mitgliederversammlungen, in denen die neue Satzung
vorgestellt wurde. Die Mitglieder lehnten in beiden Mitgliederversammlungen die
neue Satzung ab. Nunmehr bildete sich unter der Führung des Vorstands eine
Initiative von Mitgliedern und Eltern von jugendlichen Mitgliedern, die
befürchteten, dass der Verein ohne die neue Satzung den Anforderungen
unserer Gesellschaftsordnung nicht mehr gewachsen sein würde. Im
Frühjahr 1998 gründete diese Gruppe unter der Führung des
Vorstands des Fischelner Turnvereins 1905 e.V. einen neuen Verein, den
Fischelner Sportverein 1998 e.V. Etwa 275 Mitglieder und eine große Zahl
Übungsleiter wechselten in den neuen Verein. Viele Mitglieder
verließen den Fischelner Turnverein; sie wechselten auch nicht in den
neuen Verein. Der Vorstand des Fischelner Turnvereins 1905 e.V. trat Ende
März 1998 geschlossen zurück. Der Fischelner Turnverein 1905 e.V. war
in diesem Moment ohne Vorstand. Eine im April |
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| 1998 einberufene Mitgliederversammlung
wählte einen vollständig neuen Vorstand mit Albrecht von Saldern als
1. Vorsitzenden, Klaus Schumacher (2. Vorsitzender), Susanne Rauh
(Geschäftsführerin), Sylvia Sachon (Kassiererin) und Emil Reyermann
(Sportbeauftragter). Am 1. Juli 1998 hatte der Fischelner Turnverein nur noch
720 Mitglieder. Oberstes Ziel des neuen Vorstandes war es, wieder Ruhe in den
Verein einkehren und den Sportbetrieb ungestört weiter laufen zu lassen.
Dem neuen Vorstand gelang es, neue Übungsleiter zu gewinnen. Dem Einsatz
der verbliebenen und der neuen Übungsleiter und Helfer war es zu
verdanken, dass der Fischelner Turnverein seine Sportgruppen wieder ausbauen
konnte. Neben dem Turnen gewann die Leichtathletik zunehmend an Bedeutung. In
Emil Reyermann fand sich ein erfahrener Übungsleiter, der bereit war, sich
in die Trainingsmethoden der Leichtathleten einzuarbeiten. Im Jahr 2000 wurde
eine Basketballabteilung gegründet. Es stellt sich bald heraus, dass die
Aus- und Fortbildung für die Übungsleiter immer teuerer wird. Man
kann den ausbildungswilligen potentiellen Übungsleitern den Kostenaufwand
für mehrwöchige Lehrgänge kaum noch zumuten. Im Februar 2003
beschloss der erweiterete Vorstand, dass der Verein ab sofort die Kosten
für die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter übernimmt. Diese
Entscheidung erwies sich als segensreich. Es fanden sich vor allen Dingen junge
Sportler, die bereit waren, einen Übungsleiterlehrgang zu besuchen. Die
älteren Übungsleiter nahmen die Fortbildungsangebote des Rheinischen
Turnerbundes, des Landessportbundes, des Stadtsportbundes und einzelner
Fachverbände gern an. |
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| Und heute? Dem Zulauf an Mitgliedern, auch bei
den anderen Fischelner Sportvereinen, können die Hallenkapazitäten
kaum noch gerecht werden. Doch dieses Problem bewältigen die
Übungsleiter zusammen mit den Mitgliedern in hervorragender Weise. Der
Zuwachs von mehr als 300 Mitgliedern in den letzten sechs Jahren auf nunmehr
über 1000 Mitglieder beweist, dass sich der Fischelner Turnverein
weiterhin großer Beliebtheit erfreut. Das Gemeinschaftsgefühl im
Verein wächst. Neben den Übungsabenden beginnen
Gemeinschaftsveranstaltungen wie Sommerfeste, Adventsfeiern, Wanderungen und
Fahrten zu den Deutschen Turnfesten zunehmend an Bedeutung zu gewinnen. Auch
trägt der Fischelner Turnverein der Nachfrage nach Gesundheits- und
Seniorensport in verstärktem Maße Rechnung. Die Kosten für die
erforderlichern Spezialausbildungen der Übungsleiter werden vom Verein
übernommen. Viele Bürger wissen, dass die sportliche Betätigung
der Gesundheit, der Geselligkeit und der Integration dient. Sie suchen die
preiswerte, gesundheitsfördernde und kinderfreundliche Alternative zu
Fitnessstudios und anderen teureren Kursangeboten. Rund fünfzig
Übungsleiter und Helfer stehen jährlich an 3500 Übungsstunden
den Mitgliedern des FTV zur Verfügung. Mit diesem Angebot passt sich der
Verein den Bedürfnissen der Bevölkerung an: Er bietet Ausgleich,
Erholung, Sport und Spaß! |
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| Recherche und Zusammenstellung: Albrecht von
Saldern |
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